Breakfast/ Brot + Brötchen

Holy Moly – die Wahrheit über Ostern

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Das Osterfest ist ja ähnlich verklärt wie Weihnachten – zumindest, was die Vorbereitungen angeht: In meinem Kopf sind Bilder von dekorativ gefärbten Ostereiern zu bilderbuchartigen Backwaren, entspannt-fröhliche Tage mit Eier-Auspusten und Bemalen im Kreise der Lieben, beim Osterbrunch die ersten Sonnenstrahlen geniessen. De fakto sieht das Ganze anders aus. Den Kreis der Lieben beim Osterbrunch ausgenommen, denn der ist bei uns Tradition und Highlight. Sonnenschein oder nicht, egal – Spaß haben wir immer und das Eier-Suchen darf dabei nicht fehlen. Kann man zu Erwachsen sein für’s Eier-Suchen? Nope.
Aber der Rest… Ostereier-Färben, bilderbuch-Backwaren und Eier-Auspusten. Vom letzteren wird einem Schwindelig, die Eier zerbrechen beim Bemalen und von Bilderbuch mal ganz zu schweigen. Deshalb heute die ganze Wahrheit über Oster-Verklärungen. Nichts für Weicheier.

  1. Das Eier-Färben: Neulich habe ich mich mit meiner Mutter über dieses Thema unterhalten. Früher haben wir – ganz in ökolgisch wertvoller Absicht – Eier mit Pflanzen gefärbt: Roote-Beete, Zwiebelschalen usw. Die Eier wurden natürlich nie so bunt wie die im Supermarkt. Letztere haben wir aber aus Prinzip nicht gekauft. Als Kind sind einem der ökolgische Fußabdruck ja mal relativ egal, da will man krass bunte Eier. Aber mit 33 hat man dann einige Ansprüche in Hinblick auf Nachhaltigkeit entwickelt. Weswegen ich dem Drang, bei dm Glitzerfarbe zum Färben zu kaufen, widerstand. Die brachte mir dafür meine Mutter mit. Weil ich doch als Kind nie die krassen Farben bekommen habe. Dilemma. Was tun? Langweilige Öko-Eier oder atom-bunte Glitzereier? Ich entschied mich für die rote Beete Variante mit Option auf Glitzer – falls das mit der Natursache nichts werden sollte. Hatte mir zu diesem Zweck eine Anleitung gesucht. Das Bild sah auch wirklich hübsch aus: Mit tollen Mustern, die entstehen, wenn man vor dem Färben Küchengarn um die Eier wickelt. Hab ich alles gemacht und als Profi natürlich den Essig nicht vergessen, damit die Farbe besser angenommen wird. Was soll ich sagen? Die Eier sahen nach dem Kochen noch genauso aus wie vorher. Deja vu? Also doch Glitzerfarbe. Nach Anleitung ganz einfach die noch heißen Eier mit behandschuhten Händen einreiben. Easy. Die Farbe stank allerdings wie Natter, so dass ich mein Vorhaben „Osternest aus Hefeteig mit Ei in der Mitte“ kurzerhand umprojektierte in „Osternest aus Hefeteig mit Ei daneben“. Das war auch auf Grund des Backdilemmas nicht anders möglich. Denn der Backtag lief heute wie folgt:
  2. Bilderbuch-Backwaren: Ein Backbuch, das meine Mutter schon seit 1983 begleitet ist das „Backvergnügen wie noch nie“. Erstauflage 1978. Das waren noch Zeiten, in denen nur in Perfektion vollendetes Backwerk abgebildet wurde. Den Titel interpretiere ich nach den heutigen Erfahrungen als Ironie, denn mit Vergnügen hatte das nicht so viel zu tun. Ich wollte schöne, perfekt gedrehte Osternester, goldgelb und glänzend. Ich bekam: Dicke Flatschen, einen Tick zu dunkel, die ursprüngliche Drehung, bei der ich mir wirklich viel Mühe gegeben hatte, ließ sich nur noch erahnen. Da macht man einmal (fast) alles nach Anleitung und dann sowas. Was sind das bitte für Verklärte Vorstellungen gewesen, die da 1978 an die Hausfrauen transportiert wurden? Das kann doch nur in Frust enden. Und wenn die Christa von nebenan das dann so hinbekommt, dann gute Nacht…

Deshalb bekommt Ihr hier und heute ungeschönt die volle Wahrheit in Bildern. Vielleicht sieht’s bei Euch ja ähnlich unperfekt aus. Ich hoffe doch sehr! Und was letztendlich zählt ist der Spaß mit der lieben Familie. Und den werden wir am Sonntag haben! Bis dann Ostermontag das böse Erwachen kommt – aber der Eierlikör zu viel war’s definitiv wert!

Ich wünsche Euch allen famose Ostern

Eure Catharina

 

P.S.: Die Oster-Nest-Flatschen haben übrigens ganz hervorragend geschmeckt – es sind eben doch die inneren Werte, die zählen 😉

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Oster- Nest- Flatschen (zuckerfrei)

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Menge: 2 Stück Zeit: 30 Min Vorbereitung + 40 Minuten Gehzeit + 20 Min Backzeit

Zutaten

  • 275 gr Dinkelmehl
  • 1/2 Würfel Hefe
  • 125 ml lauwarme (Soja) Milch
  • 25 g zerlassene Butter
  • 1 Ei
  • 1 Prise Salz
  • 2 EL Agavendicksaft
  • (Soja) Milch zum Bestreichen
  • 4 gefärbte Eier (theoretisch)

Zubereitung

1

Gebt das Mehl in eine Schüssel und drückt eine Mulde hinein. In diese nun die Hefe hineinbröckeln und die lauwarme Milch darauf giessen.

2

Verrührt die Hefe und die Milch mit etwas Mehl von Rand und lasst diesen Vorteig 10 Minuten gehen.

3

Nun die Butter mit dem Ei, dem Sal und dem Agavendicksaft verrühren und dazu geben. Alles zu einem glatten Hefeteig kneten und abgedeckt an einem warmen Ort ca. 30 Minuten gehen lassen.

4

Danach noch einmal durchkneten und den Teig in 8 gleich große Stücke ( á ca. 60 gr) teilen.

5

Diese Stücke zu etwa 30 cm langen Würsten rollen und jeweils zwei miteinander verdrehen. Zu einem Kreis zusammenlegen und die Enden verschließen.

6

Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzen und mit ein wenig Milch bestreichen.

7

Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad Ober-/Unterhitze für ca. 20 Minuten backen und ggf. nach 10 Minuten mit Backpapier abdecken.

8

Wenn jetzt noch ein Loch in der Mitte sein sollte (bei mir war das nun nicht mehr der Fall - Teig geht auf!!), kann ein Ei in die Mitte setzen und tadaa 🙂

Notes

Im Nachhinein kam meiner Mutter die großartige Idee, man könne in die Mitte der Nester während des backens ein Weckglas stellen, damit das Loch erhalten bleibt - das werde ich nächstes Jahr Ostern in Betracht ziehen 😉

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