Kuchen

Birnen-Schokokuchen – The Unforgettable One

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Wenn ich an Birnen denke, kommen mir sofort  ein ganz bestimmtes Gedicht in den Kopf. Ihr ahnt sicherlich schon, welches. Allerdings immer nur die ersten Zeilen:

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit

Und die Birnen leuchteten weit und breit,

Dann ist Schluss. Dafür aber in Dauerschleife. Wie ein Ohrwurm, der mich den ganzen Herbst über begleitet, sobald die ersten Birnen reif an den Bäumen hängen. Wirklich, es ist jedes Jahr das Gleiche. Quasi wie an aneinander gekoppelt, denke ich dann auch gleich an Birnen-Schokokuchen. Den hat meine Oma nämlich schon als ich Kind war, gebacken und war für mich der Startschuss zum Herbst. Wenn ich an Birnenkuchen denke, kommen mir sofort weitere Bilder in den Kopf: Bilder von rot-goldenem Herbstlaub im Baumweg an den Ahlhorner Fischteichen, wo ich die ersten Lebensjahre aufgewachsen bin, dem ersten Nebel über den Wiesen schräg gegenüber unseres Hauses. Das Gefühl, wenn es morgens das erste Mal wieder so kühl ist, dass man freiwillig den Anorak anzieht. Und diese merkwürdig melancholische Stimmung, die mich schon als Kind immer an den ersten Herbstagen befiel: Eine Mischung aus Traurigkeit, weil der Sommer vorbei war und Vorfreude, weil man bald Laterne gehen, Kastanienmännchen bsteln und Weihnachtskekse backen konnte. Abschied und Begrüßung zugleich.
Es ist merkwürdig, wie einem beim Anblick bestimmter Dinge sofort eine Kette von Erinnerungen in den Sinn kommen und mit Bildern verknüpft werden. Odt sind das Dinge, die schon lange zurück liegen, die uns aber so geprägt haben, dass sie uns immer begleiten. Wie eben Omas Birnenkuchen, Herr von Ribbeck Bilder eines herbstlichen Waldes.
Und als ob die Gute Frau Gedanken lesen kann, stand ein Tag, nachdem ich in diesem Jahr das erste Mal an meinen Kumpel Herr Ribbeck dachte, ein Birnenkuchen in der Küche. Und dann ging’s wieder von Vorne los, das Gedicht, bei dem es auch um das geht, was uns immer in Erinnerung bleibt, auch wenn es schon längst Geschichte ist:

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit

Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: »Junge, wiste ’ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb ’ne Birn.«

So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.

Er fühlte sein Ende. ’s war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit;
Da sagte von Ribbeck: »Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab.«
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
Sangen »Jesus meine Zuversicht«,
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
»He is dod nu. Wer giwt uns nu ’ne Beer?«

So klagten die Kinder. Das war nicht recht –
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht;
Der neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtraun gegen den eigenen Sohn,
Der wußte genau, was damals er tat,
Als um eine Birn‘ ins Grab er bat,
Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.

Und die Jahre gingen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet’s wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung‘ übern Kirchhof her,
So flüstert’s im Baume: »Wiste ’ne Beer?«
Und kommt ein Mädel, so flüstert’s: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew‘ di ’ne Birn.«

So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

 

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Birnen-Schokokuchen – The Unforgettable

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Menge: 1 ganzer Kuchen 🙂 Zeit: ca. 25 min Zubereitungszeit + 30 Minuten Backzeit

Zutaten

  • 2 Eier
  • 100 g Rohrohrzucker
  • 1 Prise Salz
  • 100 g geschmolzene Butter (lauwarm!)
  • 50 g geschmolzene Zartbitterschokolade (lauwarm!)
  • 150 g Dinkelmehl
  • 2 TL Backpulver
  • 1 EL Kakao
  • Zimt nach Belieben
  • 2-3 Birnen

Zubereitung

1

Heizt den Backofen auf 180 Grad Umluft vor.

2

Schlagt die Eier mit dem Zucker in einer großen Schüssel hellcremig auf.

3

Gebt erst die flüssige Butter, dann die Schokolade unter Rühren hinzu.

4

Mischt das Mehl mit Backpulver, Kakao und Zimt und rührt es kurz (!) unter die flüssigen Zutaten bis ein zähfließender Teig entsteht – ist er zu dick, rührt einfach noch etwas Mineralwasser darunter.

5

Schält die Birnen und schneidet sie in Spalten.

6

Nun kommt der Teig in eine gefettete und gemehlte Spring- oder Tarteform von ca. 22 cm Durchmesser. Birnen drauf, ein wenig in den Teig drücken und dann ab damit in den Ofen für ca. 30 Minuten.

7

Danach abkühlen lassen, mit Puderzucker bestäuben und am besten nch lauwarm mit Sahne geniessen... 🙂

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