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Unperfekt und ungefiltert: Falten-Brot mit Pesto

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Manchmal habe ich das Gefühl, dass es in einer unserer heutigen Welt, in der alles unglaublich schnell geht, die geprägt ist von Gegensätzen, von Selbstinszenierung, Ellbogen und Filtern, die uns eine schöne heile Welt vorspielen, wo keine ist, in der alles irgendwie unglaublich verwirrend ist, immer schwieriger wird, man selbst zu sein. In all den perfekten Rahmen, in die man sich zu pressen versucht und all den Bildern von sich selbst, von denen man glaubt, man müsse sie erfüllen.
Manchmal frage ich mich, wieso ich mich an atwas anpasse, wenn ich es eigentlich nicht will, wenn es sich falsch anfühlt, ich es aber doch tue. Um des Lieben Friedens willen, um nicht unangenehm aufzufallen, um dazu zu gehören. Und manchmal halte ich einen Moment inne, in all dem Sich-Verstellen, dem Sich-Ins-Rechte-Licht-Rücken, dem Anpassen, beobachte mich und frage: Man, Catharina, wann warst du eigentlich das letzte Mal du selbst? Weißt du überhaupt noch,wer du bist? Dann sehne ich mich nach einer Zeit zurück, in der es einem egal war, was andere über einen dachten, in der man sich nicht an andere angepasst hat, nur um dazu zu gehören. Eine Zeit, in der man voller Vertrauen auf die Welt, einfach nur sein konnte. Und trotzdem gemocht wurde. Eine Zeit, in der man mit der besten Freundin in Gummistiefeln zum Reitunterricht ging, während alle anderen Mädchen teure Reitstiefel trugen – und es einem egal war. In der man einen bescheuerten-Haarschnitt hatte, die Farbe des Pullovers mal so gar nicht zum Teint passte – und es einem auch total egal war. Und wenn einen jemand geärgert hat, dann hat man nicht etwa versucht, denjenigen mit Diplomatie und dem Darlegen seiner Vorzüge von seiner Liebenswürdigkeit zu überzeugen – pfff, bullshit– man hat sich gewehrt und ihm das Spielzeug weg genommen, ihm vor’s Schienbein getreten oder ihm einfach gesagt, dass er blöd ist. Ja, das waren Zeiten. Das wichtigste aber: Man hat einfach nicht drüber nachgedacht, dass einen jemand nicht mögen könnte, wenn du man sich nicht anpasst.
Viel zu oft geben wir uns so, wie wir uns gar nicht fühlen, andere aber glauben lassen wollen, dass alles perfekt ist: Legen einen Filter über unsere Fotos, über uns und unser Leben. Optimieren und perfektionieren uns. Bis wir nicht mehr wissen, wer wir eigentlich sind.
Deshalb sind die Momente, in denen wir einfach wir selbst sein können – so wie früher – mit unseren Gummistiefeln, den schiefen Haarschnitten und den hässlichen Pullovern, so besonders wertvoll. Das geht am besten mit Menschen, die einen so nehmen, wie man ist. Denen du tiefes Vertrauen entgegenbringst und die dir vertrauen. Die dich mögen, auch wenn du panne aussiehst. Die sich für dich und deine Erfolge freuen, anstatt neidisch zu sein. Und die dir helfen, wenn du Hilfe brauchst. Es sind eben diese Menschen, die einen daran erinnern, wer man ist, wenn man das mal vergessen hat. Und deshalb sind es genau diese Menschen, denen man sich zuwenden sollte. Nicht diejenigen, die dich für den tollen Filter loben. Filter… what the f***…

In diesem Sinne, traut Euch und seid doch auch mal ihr selbst,

Eure Catharina

 

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Unperfektes Faltenbrot mit Pesto

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Menge: 1 Brot Zeit: 1 Stunde Vorbereitungzeit + 40 Min. Backzeit

Zutaten

  • 500 g helles Dinkelmehl + etwas zum Ausrollen
  • 150 ml lauwarmes Wasser
  • 50 ml Pflanzenmilch (oder Kuh-Milch)
  • 1 Beutel Bio-Trockenhefe (z.B. von Rapunzel)
  • 2 gestrich. TL Salz
  • 1 TL Rohrohr-Zucker
  • 1 EL neutrales Öl
  • 1/2 Glas qualitativ hochwertiges Pesto Genovese (oder selbstgemachtes Pesto)

Zubereitung

1

Gebt alle Zutaten – bis auf das Pesto – in eine Schüssel und verknetet die Zutaten, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Eventuell noch etwas Wasser dazugeben.

2

Deckt den Teig mit einem angefeuchteten Geschirrtuch ab und lasst ihn an einem warmen Ort ca. 50 Minuten gehen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.

3

Knetet den Teig noch einmal gut durch, heizt den Backofen auf 180 Grad Umluft vor und bereitet eine rechteckige Backform vor, indem ihr sie fettet und mit Mehl ausstäubt.

4

Rollt ihn auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck aus (etwas größer als ein Backblech).

5

Streicht das Pesto gleichmäßig auf den Teig und schneidet ihn in 5 gleich breite Streifen (die Streifen sollten so breit wie eure Backform sein), dann faltet ihr Streifen für Streifen wie eine Zieharmonika und setzt sie hochkant nacheinander in die Form. Setzt die einzelnen "Zieharmonikas" nicht zu eng, sonst habt ihr nachher keinen Teig mehr, dafür aber noch Backform übrig 😉

6

Backt das Brot für 30 - 40 Minuten auf der mittleren Schiene und deckt es nach Bedarf mit Backpapier ab, damit es nicht zu dunkel wird.

7

Tadaa!

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