Geschenke/ Kuchen

Love for the first time – Apfel-Quarkkuchen

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Ich habe einen Tick – immer, wenn ich in jemanden verliebt bin, backe ich zu gegebenem Anlass einen Apfelkuchen. Warum weiß ich gar nicht, ich könnte ja auch Kirschkuchen, Schokokuchen, Käsekuchen oderoderoder backen. Aber nein, ich backe Apfelkuchen. Wahrscheinlich, weil es meine liebste Kuchenart ist und ich das, was mir wichtig ist, mit demjenigen teilen möchte, der gerade anfängt, einen Teil meines Lebens einzunehmen. Jetzt ist es schon ein wenig her, dass ich so einen Anlass hatte, Apfelkuchen zu backen. Und ich stelle fest, mit Ü30 wird es immer schwieriger, jemanden kennenzulernen. Aber warum eigentlich? Gibt ja Parship, Tinder, Elitepartner undsoweiter… sollte doch nicht so schwierig sein. Meine Theorie ist aber: Je mehr Online-Dating Plattformen es gibt, desto schwieriger wird es. Warum?

Versetzen wir uns mal in eine stereotypische Situation einer Single Frau Ü30: Fast alle im Freundes- und Bekanntenkreis sind mit festen Partnern ausgesattet und dabei, Hochzeiten, Hausbau und Kinder zu planen, zu bekommen, oder haben das schon abgeschlossen. Einstige Partynächte, ewig langes in der Bar hocken und hoffen, dass der DJ einen endlich bemerkt und verkaterte Tage mit Pizza und Film sind da vorbei. Gut, wenn man ehrlich ist, hat man da selbst auch gar nicht mehr so ein großes Interesse dran. Schließlich hat es ja zumeist einen, wahrscheinlich mehrere Gründe, warum man Single ist. Karriere ist ein Thema. Und Leistungsfähigkeit und Kater sind zwei sich ausschließende Komponenten. Außerdem sind wir ja alle jetzt auf fit, healthy und clean. Also nix Party.
Weil man aber ja sowieso den ganzen Tag online ist und man auch keine Lust hat, zu hoffen, irgendwann würde ER an der Käsetheke neben einem stehen, meldet man sich bei einer Online-Dating Plattform an. Und zack – ist man im Strudel der Utopie des perfekten Partners. Je nachdem, wo man sich anmeldet, entscheidet die Bewegung des Fingers (und ein Algorithmus) über die Wahrscheinlichkeit, unseren Traumprinzen zu treffen, wissenschaftlich fundierte, psychologische Auswahlkriterien eines – wer hätte das gedacht – Algorithmus, die Zeit (alle 11 Minuten… na, ihr wisst schon) undsoweiter.

Was aber alle Plattformen gemeinsam haben – sie suggerieren uns: Du musst gar nicht mehr vor die Tür, um IHN kennenzulernen. Und vor allem: Es gibt ihn, den perfekten Mann, den perfekten Partner. Das ist natürlich Bullshit, denn niemand ist perfekt. Zumal wir nicht mal wissen, was perfekt eigentlich genau sein soll.
Wir sind verblendet von Technik und Algorithmen und werden – radikal ausgedrückt – kompromiss-verkümmert. Wir suchen den perfekten Partner und vergessen dabei, dass es in Beziehungen vor allem um eins geht: Um Liebe. Nicht um den perfekten Match.

Der Weinsommelier, Phillip Bremer, sagte auf die Frage, wie man den perfekten Wein zum Essen findet, zu mir:

„Bei Wein und Essen ist es wie in einer guten Beziehung – Jeder sollte bestmöglich zum Ausdruck kommen.“

Ich finde, besser kann man es nicht ausdrücken. Und so ist es mit Apfelkuchen doch auch irgendwie – jede der Zutaten sollten so gewählt sein, dass der Geschmack am Ende harmonisch komponiert ist. Und wenn die Äpfel macken haben oder der Kuchen einen Tick zu dunkel geworden ist…

In diesem Sinne,
backt mal wieder Apfelkuchen – wer weiß, vielleicht trifft man IHN nicht an der Käsetheke, dafür aber auf dem Markt am Obststand 😉

Alles Liebe,

Eure Catharina

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Apfel–Quarkkuchen

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Menge: 1 Backform von 24 cm Durchmesser Zeit: 30 Min. Vorbereitungszeit + ca. 40 Min. Backzeit

Zutaten

  • 200 g Dinkelmehl
  • 1/2 Teelöffel Backpulver
  • 100 g kalte Butter
  • 50 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Ei
  • 2 Esslöffel kaltes Wasser
  • 200 g Quark
  • 100 g Frischkäse
  • 2 Eier
  • 1 Pck. Vanillepudding-Pulver
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 1/2 TL Zimt
  • 1 Prise Salz
  • 1 Msp. getr. Orangenschale
  • 60 g Zucker
  • 4 mittelgroße Äpfel

Zubereitung

1

Für den Mürbteig mischt ihr das Mehl mit dem Backpulver, gebt Zucker, Salz, Wasser, das Ei und die Butter in Stückchen hinzu und verknetet alles zu einem geschmeidigen Mürbteig. Der darf dann erst mal 30 Minuten im Kühlschrank ruhen.

2

Die Quarkmasse ist fix zubereitet: Einfach alle übrigen Zutaten – bis auf die Äpfel – in einer großen Schüssel etwa 4 Minuten gut verquirlen.

3

Den Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen und eine runde Springform von ca. 24 cm Durchmesser mit Backpapier auslegen, den Rand fetten und mehlen.

4

Den kalten Mürbteig noch einmal durchkneten, 2/3 davon rund ausrollen und in die Form legen. Aus dem restlichen Teig eine lange Rolle formen und den Rand damit auskleiden.

5

Die Äpfel waschen, schälen, entkernen und in Spalten schneiden. Die kommen jetzt auf den Mürbteig – z.B. hochkant im Kreis. Ihr könnt sie natürlich auch stapeln, schichten oder was auch immer ihr damit machen wollt 😉

6

Jetzt die Quarkmasse auf die Äpfel geben und ab in den Ofen für ca. 40 Minuten. Macht wie immer die obligatorische Stäbchenprobe und deckt den Kuchen gerne nach ca. 25 Minuten ab, damit er nicht zu dunkel wird. Was ich diesmal übrigens verpennt hab...

7

Fertig ist die Sonntags-Liebe

Notes

Dazu darf halbgeschlagene Sahne eigentlich nicht fehlen... sagt man 😉

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