Geschenke

Plädoyer für eine Kultur der Dankbarkeit

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Kennt Ihr das, wenn Ihr auf der Autobahn unterwegs seid und bei dem Anblick von auf dem Standstreifen stehenden, wartenden Menschen denkt: „Die armen Schweine…“ und gleichzeitig irre erleichtert seid, dass Ihr da nicht steht? Mir ging das jedenfalls immer so. Bis Freitag. Da „durfte“ ich nämlich live erfahren, wie kacke es ist, bei 2 Grad und Wind auf den ADAC zu warten. Nach 1,5 Stunden kam mein gelber Engel endlich und stellte nach gefühlten drei Stunden über dem Motor meines kleinen Fiat 500 fest, dass ich damit nicht weiterfahren kann. Vorläufige Diagnose: Zylinderkopfdichtung im Eimer. Großartig. Es war Freitag Abend, mittlerweile 21 Uhr, die Woche war anstrengend, ich seit 7.30 Uhr unterwegs, mir war kalt, ich musste dringend pinkeln und ich hatte Hunger. Was will man mehr? Umso froher war ich, dass der nette ADAC-Mann mich samt Auto nach Hause bringen würde. Somit verbrachten wir eine knappe Stunde nebeneinander im gelben Abschleppwagen und kamen ein wenig ins Gespräch. Ich fragte ihn über Arbeitszeiten, Abläufe und so weiter aus und er erzählte mir dann sogar ein paar Dinge über Familie, Freunde und so weiter. Als wir dann endlich in Emstek ankamen, mein Auto abgeladen war und mein Retter weiter fahren musste, wurde ich unsicher: Wie denn jetzt von ihm verabschieden? Sollte ich mich nicht irgendwie dankbar zeigen, indem ich ihm ein heißes Getränk anbiete? Wir einigten uns auf ein simples, aber herzliches „Danke“ inklusive der Floskeln, die man so sagt: „Trotzdem noch schönen Abend.“ „Danke – und Ihnen einen schönen Feierabend später.“ „Schönes Wochenende.“ „Danke, gleichfalls.“

Wenig später dachte ich darüber nach: Da teilt man einige Zeit ein Stück des Weges mit einem fremden Mann, zu dem man trotzdem er fremd ist, Vetrauen aufbaut – schließlich wird er dafür bezahlt, uns aus misslichen Situationen zu retten. Man ist unglaublich froh und erleichtert, weil er die Lösung für ein Problem ist, ein Problem, das einem schon mal ein bisschen Panik machen kann oder zumindest ein wenig verzweifeln lässt. Dann kommt man ins Gespräch, teilt ein – wenn auch kleines Stück – gemeinsamer Lebenszeit miteinander in einem relativ engen Raum und spricht womöglich noch über private Dinge. Und am Ende wird dieser Mensch womöglich sogar Teil einer prägenden Lebenssituation, z.B. wenn es – so wie bei mir – das erste Mal Panne auf der A1 ist. Und zuguter Letzt verabschiedet man sich wie man sich von jedem anderen Fremden Dienstleister auch verabschieden würde.

Natürlich weiß ich, dass es sein Job ist – ABER: Es ist auch der Job der Altenpflegerin, Menschen durch den Tag zu begleiten, es ist der Job vom Physiotherapeuten, mir zu helfen, dass ich schmerzfrei werde, es ist der Job des Designers, Kunden eine Lösung zu bieten. Ganz gleich, welchen Job wir machen – es ist unser Job, dafür bekommen wir Geld. Das haben wir uns so ausgesucht. Punkt. Oder? Ist es nicht auch so, dass wir neben Geld auch Anerkennung möchten, für das, was wir den ganzen Tag so machen? Ein DANKE für unsere Mühen, für unsere Anstrengung – dafür, dass wir Lösungen anbieten (und das tun wir alle, ganz gleich, in welchem Job wir arbeiten). Wir alle wollen Wertschätzung für das, was wir tun. Ohne das wird aus Leidenschaft und Motivation irgendwann Frustration. Deshalb plädiere ich für eine Kultur der Dankbarkeit. Eine Kultur, in der man die Eier in der Hose hat, sich zu bedanken. Einfach mal ein ehrliches „DANKE“ für die Menschen, die uns bei unseren alltäglichen großen und kleinen Problemen helfen – eine Geste, die nicht viel abverlangt und doch so viel mit uns macht.

Was haben nun Cracker mit Dankbarkeit zu tun? Das ist einfach: Neben der Tatsache, dass mich diese Cracker immer an den Tag der Eröffnung meiner Galerie erinnern wird, weil meine Mutter Berge voll davon für die Gäste gebacken hatte und die ganze Familie zur moralischen Unterstützung gekommen war, ich also in tiefster Dankbarkeit für so viel Wärme bin, gibt es noch einen ganz praktischen Grund: Dankbarkeit drücken wir gerne damit aus, dass wir dem Menschen, bei dem wir uns bedanken wollen, etwas schenken. Schenken ist eine Geste der Zuneigung und Dankbarkeit. Wenn das Mitgebrachte dann noch etwas Selbstgemachtes ist, bekommt die Geste eine noch tiefere Bedeutung.

Es lohnt sich also, etwas Selbstgemachtes mitzubringen und dafür eignet sich dieses Rezept ganz besonders gut. Es ist schnell gemacht, gelingt immer und schmeckt wirklich absolut jedem. Ehrlich, ich kenne niemanden, der diese Cracker nicht mag.

Also Leute, sagt doch einfach mal DANKE 🙂

Eure Catharina

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Pikante Cracker zum Mitbringen

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Menge: ca. 40 Stck Zeit: 15 Min Zubereitung + 30 Min Ruhezeit + 15 Min Backzeit

Zutaten

  • 180 g Dinkelmehl
  • 50 g gekühlte Margarine
  • 50 ml kaltes Wasser
  • 1/2 TL Salz
  • 1 TL getr. Kräuter (z.B. Kräuter der Provence)
  • 1 Prise Zucker
  • etwas Olivenöl zum Beträufeln
  • etwas Fleur de Sel

Zubereitung

1

Das Mehl, Margarine in Stückchen, Wasser und Kräuter,Salz, Zucker in eine Schüssel geben und zu einem festen Teig kneten.

2

Den Teig in Frischahltefolie gewickelt für min. 30 Minuten (geht auch über Nacht) in den Kühlschrank legen.

3

Anschließen noch einmal mit den Händen durchkneten. Dann auf einer bemehlten Arbeitsfläche sehr dünn ausrollen und mit einem Teigrädchen in Rauten, Quadrate, Dreiecke oder oder oder schneiden.

4

Auf zwei mit Backpapier belegte Backbleche legen, mit etwas Öl beträufeln und Fleur de Sel bestreuen.

5

Bei 200 Grad (Ober-/Unterhitze) ca. 10 - 15 Minuten goldbraun backen. Auskühlen lassen.

Notes

Als kleines Dankeschön kann man die Cracker ganz easy peasy in einem Weckglas verstauen - Rot-weißes Band drum, fertich 🙂 Und als Dip empfehlen wir einen milden Ziegenfrischkäse oder vegane Aufstriche aus dem Biomarkt oder Kräuterquark oder Bruschetta oder Guacamole oder... ach, lasst Euch mal schön selber etwas einfallen. Und wenn Ihr eine Idee habt, schreibt sie mir gerne 🙂

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